So liest du einen Trainingsplan

Ein Schwimmplan sieht auf den ersten Blick aus wie eine Geheimsprache. Nach fünf Minuten mit dieser Seite liest du ihn wie eine Einkaufsliste.

Eine Zeile, vier Spalten

Jede Zeile im Plan ist eine Serie. Du schwimmst die Zeilen von oben nach unten.

SerieInhaltMeterInt.
8×100 K mP + PbAbgang 1:50800I
Beispiel: 8-mal 100 m Kraul mit Paddles und Pullbuoy, alle 1:50 Minuten startest du den nächsten 100er, ruhiges Grundlagentempo.
  • Serie: wie oft, wie weit, welche Lage, welches Material. „8×100“ heißt achtmal 100 m.
  • Inhalt: was genau du in der Serie machst, z. B. „25 Wriggen – 25 Kraul“, und die Abgangszeit oder Pause.
  • Meter: die Strecke der ganzen Zeile.
  • Int.: wie anstrengend die Serie sein soll, siehe unten.

Wie schnell? Die Intensität nach Gefühl

Du brauchst keine Pulsuhr. Der einfachste Test ist, wie viel du nach der Bahn noch sprechen könntest.

KürzelBedeutungSo fühlt es sich an
Llockerganz entspannt, du könntest dich unterhalten
TETechniklangsam und sauber, Qualität vor Tempo
IGrundlagezügig, aber ruhig atmen, kurze Sätze wären noch möglich
IITempodeutlich anstrengend, nur noch einzelne Worte möglich
SASchnelligkeitsausdauersehr schnell über kurze Strecken, dazwischen gut erholen
maxSprintvolle Kraft, danach immer locker

Steht in einer Zeile zum Beispiel „II (150) / I (150)“, sind 150 m davon im Tempo und 150 m im ruhigen Bereich.

Abgang und Pause

  • Abgang 1:50 heißt: Alle 1:50 Minuten startest du die nächste Wiederholung. Bist du nach 1:35 an der Wand, hast du 15 Sekunden Pause. Schau dabei auf die große Uhr am Becken.
  • P20“ heißt: 20 Sekunden Pause nach jeder Wiederholung, egal wie schnell du warst.
  • Die Abgänge in den Plänen passen zu der Masters-Gruppe, die ich trainiere. Gib im Planer einmal deinen eigenen Abgang für 100 m im Bereich I ein, dann rechnet er alle Abgänge auf dein Tempo um. Faustregel: Nimm die Zeit, in der du 100 m ruhig schwimmst, und rechne 15 bis 20 Sekunden dazu.

Die wichtigsten Kürzel

ein / ausEinschwimmen / Ausschwimmen
K, Rü, Bru, D (oder S)Kraul, Rücken, Brust, Delfin (Schmetterling)
gLganze Lage, also Arme und Beine
HL / HSTHauptlage / Hauptschwimmtechnik: die Lage, die du am liebsten schwimmst
LRLagenrhythmus: Delfin, Rücken, Brust, Kraul nacheinander
øKohne Kraul
Benur Beine
TüTechnikübung
WriggenTechnikübung für das Wassergefühl: Hände vorn, kleine Achter-Bewegungen
bel., Lobeliebige Lage, locker
i.W.im Wechsel
mP, Pb, FL, Schnomit Paddles, Pullbuoy, Flossen, Schnorchel

Alle weiteren Kürzel stehen im Planer unter jedem Plan in der Legende.

Kein Material dabei?

Wähle im Planer unter „Was hast du heute dabei?“ einfach „Nichts“. Dann siehst du nur Pläne, die ohne Material gehen. Steht doch einmal Material im Plan, hilft dir diese Liste:

  • Flossen: weglassen und die Serie normal schwimmen, etwas langsamer oder kürzer.
  • Paddles: weglassen und normal schwimmen, auf einen langen Zug achten.
  • Pullbuoy: weglassen und mit ganz ruhigem Beinschlag schwimmen.
  • Schnorchel: weglassen und normal atmen.
  • Brett: Beine in Rücken- oder Seitlage, Arme vorn oder am Körper.

Zu lang für deine Wasserzeit?

Tippe im Plan auf „≈ 1.500 m“, „≈ 2.000 m“ oder „≈ 2.500 m“. Ein- und Ausschwimmen bleiben, die Serien werden anteilig kürzer. Was sich geändert hat, ist blau markiert.

Drei Tipps fürs Bad

  1. Öffne den Plan, bevor du ins Bad gehst. In vielen Hallen gibt es kein Netz.
  2. Drucke ihn aus oder speichere ihn als PDF und leg ihn in eine Klarsichthülle an den Beckenrand.
  3. Im Zweifel lieber eine Stufe langsamer. Ein Plan, den du sauber zu Ende schwimmst, bringt mehr als einer, den du nach der Hälfte abbrichst.

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